Atelier für Sexualität


Lehre


Lehre bedeutet, Wissen in Bewegung zu bringen – es zu befragen, zu prüfen und gemeinsam weiterzudenken.

I. Teaching Philosophy


Lehre wird als gemeinsame wissenschaftliche Arbeit am Gegenstand verstanden. Ziel akademischer Lehre ist nicht die Reproduktion vorhandenen Wissens, sondern die Entwicklung theoretischer Urteilskraft, methodischer Präzision und wissenschaftlicher Eigenständigkeit. Wissenschaftliche Bildung entsteht dort, wo komplexe Texte, konkurrierende Positionen und theoretische Kontroversen mit intellektueller Disziplin durchdrungen werden.

Meine Lehre verbindet klar strukturierte Vorlesungen mit seminaristischen Diskussionsformaten. Sie setzt eine sorgfältige Vorbereitung durch die Studierenden voraus und versteht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Primärliteratur als privilegierten Ort akademischer Urteilsbildung. Seminare dienen nicht der Wiederholung von Lehrinhalten, sondern ihrer kritischen Prüfung, argumentativen Schärfung und theoretischen Weiterentwicklung. Hohe wissenschaftliche Ansprüche, methodische Disziplin, intellektuelle Eigenverantwortung und ein respektvoller akademischer Dialog bilden die Grundlage meiner Lehrtätigkeit. Studierende werden gleichermaßen gefordert wie gefördert.

Lehrveranstaltungen, wissenschaftliche Vorträge und spezialisierte Fortbildungsprogramme werden national und international sowohl in Präsenz als auch online angeboten.

Akademische Exzellenz entsteht dort,
wo hohe Erwartungen auf wissenschaftliche Neugier und ernsthafte intellektuelle Arbeit treffen.


Juliane Kröner

II. Teaching Areas

Die Lehrtätigkeit umfasst theoretische, methodische und praxisbezogene Lehrveranstaltungen in den folgenden Fachgebieten.

01. Psychodynamische Kriminologie


Theoretische und epistemologische Grundlagen der Psychodynamischen Kriminologie


Psychoanalytische Theorien von Delinquenz, Gewalt und schwerer Sexualdelinquenz


Struktur, Konflikt und Abwehr in der psychodynamischen Rekonstruktion delinquenten Handelns


Objektbeziehungen und relationale Organisation von Täter–Opfer-Dynamiken


Unbewusste Fantasie und psychische Bedeutungsorganisation schwerer Sexualdelinquenz


Psychoanalytische Perversionstheorien und ihre Anwendung auf schwere Sexualdelinquenz


Psychodynamik sexueller Gewalt: Aggression, Kontrolle, Demütigung und Triumph


Wiederholung, Reinszenierung und psychische Funktion des Tatgeschehens


Vertiefung: Psychodynamische Tätermodelle und psychoanalytische Rekonstruktion von Tatmotivation


Grundlagen der Psychodynamischen Ermittlungspsychologie und des Psychodynamischen Offender Profiling


Übertragung, Gegenübertragung und szenisches Verstehen in kriminalistischen Ermittlungs- und Interviewprozessen


Vertiefung: Affektive Resonanz und unbewusste Beziehungsdynamiken im Investigative Interviewing


Eigenübertragung, sekundäre Traumatisierung und psychische Verarbeitung belastender Ermittlungsarbeit

02. Behavioural Analysis of Sexual Offending


Grundlagen und Gegenstandsbestimmung der Behavioural Analysis of Sexual Offending


Formen schwerer Sexualdelinquenz: Vergewaltigung, sexuelle Tötungsdelinquenz und komplexe sexuelle Gewaltformen


Behavioural Organisation schwerer Sexualdelinquenz: Struktur und Konfiguration sexuellen Tatverhaltens


Sexual Behaviour & Offence Scripts: Organisation und Sequenzierung sexuellen Tatverhaltens


Fantasy–Behaviour Relationships: Beziehungen zwischen sexueller Fantasieorganisation und manifestem Tatverhalten


Victim Selection & Offender–Victim Dynamics als spezifische Dimensionen sexuellen Tatverhaltens


Behavioural Consistency, Distinctiveness & Variation bei wiederholter und serieller Sexualdelinquenz


Case Linkage & Series Identification bei sexuellen Tatserien


Serial Sexual Offending: Kontinuität, Adaptation, Progression und Eskalation sexuellen Tatverhaltens


Vertiefung: Einzel-, Mehrtäter- und gruppendynamisch organisierte Sexualdelinquenz


Organisierte und transnationale Sexualdelinquenz: Menschenhandel und organisierte sexuelle Ausbeutung


Sexual Violence as a Weapon of War: strategische und kollektiv organisierte sexuelle Gewalt


Evidenzbasis und Grenzen verhaltensanalytischer Aussagen über schwere Sexualdelinquenz

03. Forensische Sexualwissenschaft


Theoretische und konzeptionelle Grundlagen der Forensischen Sexualwissenschaft


Sexuelle Interessen, Präferenzen und Erregungsorganisation: Terminologie, Konzepte und forensische Differenzierung


Grundlagen sexueller Fantasie- und Skriptorganisation


Paraphilien und paraphile Präferenzorganisation: Konzepte, Klassifikation und forensische Bedeutung


Vertiefung: Struktur, Spezifität und Stabilität paraphiler Organisationsformen


Preference–Fantasy–Behaviour Relationships: Differenzierung und funktionale Zusammenhänge


Psychosexuelle Entwicklung und Genese paraphiler Organisationsformen


Vertiefung: Stabilisierung, Transformation und Dynamik sexueller Präferenz- und Fantasiestrukturen


Psychopathologie und psychosexuelle Organisation: Komorbidität und forensische Differenzierung


Paraphilie und Sexualdelinquenz: Reichweite und Grenzen funktionaler Zusammenhangsannahmen


Forensic Psychosexual Formulation: integrative Rekonstruktion psychosexueller Organisationsformen


Methoden und Erkenntnislogik sexualforensischer Fallrekonstruktion


Forensische Inferenz und epistemische Grenzen sexualwissenschaftlicher Aussagen über Täter und Tatverhalten


Transfer: Sexualforensische Erkenntnisse in Investigative Psychology und Offender Profiling

04. Investigative Psychology & Offender Profiling


Theoretische und disziplinäre Grundlagen der Investigative Psychology


Geschichte und Entwicklung der Investigative Psychology und des Offender Profiling


Internationale Schulen, Paradigmen und Ansätze der Täterprofilerstellung


Theorien und Methoden der Behavioural Inference und fallbezogenen Täterprofilerstellung


Offender Characteristics, Offender Typologies & Behavioural Differentiation


Offender Decision-Making: Auswahl-, Risiko- und Entscheidungsprozesse im Tatgeschehen


Grundlagen des Geographical Profiling und der Environmental Criminology


Investigative Decision-Making: Hypothesenbildung, Hypothesenprüfung & Lines of Enquiry


Vertiefung: Cognitive Bias, Investigative Error & Fehlermanagement in Ermittlungsprozessen


Grundlagen des Evidence-Based Investigative Interviewing


Vertiefung: Rapport, Information Elicitation & Ethical and Non-Coercive Interviewing


Forschungsmethoden der Investigative Psychology und empirische Analyse von Behavioural Data


Evidenzbasis, Validität und epistemische Grenzen des Offender Profiling


Ethik, professionelle Standards und verantwortliche Kommunikation ermittlungspsychologischer Schlussfolgerungen


Investigative Psychology als internationales Wissenschafts- und Berufsfeld: institutionelle Verortung, professionelle Rollen und Praxisstrukturen

05. Tatort­rekonstruktion


Theoretische und methodische Grundlagen der Behavioural & Crime Scene Analysis


Behavioural Evidence: Konzepte, Klassifikation und analytischer Erkenntniswert verhaltensbezogener Tatinformationen


Crime Scene Reconstruction: Grundlagen der systematischen Rekonstruktion des Tatgeschehens


Crime Scene Characteristics: Integration von Tatort-, Spuren-, Situations- und Verhaltenskonstellationen


Modus Operandi, Signature Behaviour & Behavioural Organisation


Offence Sequencing: Rekonstruktion von Tatvorbereitung, Annäherung, Opferzugang und Tatverlauf


Control, Coercion & Violence Dynamics: Funktion und Organisation von Kontrolle, Zwang und Gewalt


Vertiefung: Ritualisation, Symbolic Behaviour & Meaning in der Analyse schwerer Sexualdelinquenz


Staging, Crime Scene Manipulation, Concealment & Detection Avoidance


Post-Offence Behaviour: Verdeckungs-, Spurenkontroll- und Verbringungshandlungen sowie weitere Verhaltensmuster nach der Tat


Behavioural Change & Offence Development: Adaptation, Lernen und Veränderung von Tatverhalten


Spatial Behaviour & Crime-Site Selection: räumliche Organisation und Bedeutung von Tatorten


Mental Maps & Psychological Geography: kognitive, affektive und psychologische Repräsentationen von Raum und Ort


Methoden der Behavioural Reconstruction: Merkmalsintegration, Hypothesenbildung und konkurrierende Rekonstruktionsmodelle


Evidenzbasis, inferentielle Grenzen und professionelle Standards der Behavioural & Crime Scene Analysis

06. Spezielle Formen schwerer Sexualdelinquenz


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit postmortaler Tatdynamik


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit nekrophilen Tat- und Fantasiestrukturen


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit paraphilen Präferenz- und Fantasiestrukturen


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit letalem Tatverlauf und sexualisierter Tötungsdynamik


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit sexualsadistischen Präferenz-, Fantasie- und Tatstrukturen


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit pädophiler Präferenzstruktur und intrafamiliärer Inzestkonstellation


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit kannibalistischer Präferenzstruktur und Tatdynamik


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit zoophiler Präferenzstruktur und Tatdynamik


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit hochgradig eskalierter interpersoneller Gewaltdynamik


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit symbolisch strukturierter und ritualisierter Organisation des Tatgeschehens


Vertiefung: Sexualdelinquenz mit serieller Deliktdynamik und tatübergreifenden Verhaltensmustern


Vertiefung: Schwere weibliche Sexualdelinquenz mit geschlechtsspezifischer Tatorganisation


Vertiefung: Sexualdelinquenz im Kontext bewaffneter Konflikte mit strategisch eingesetzter Vergewaltigung und sexualisierter Gewalt als Kriegswaffe

III. Teaching Formats

Die Lehrtätigkeit umfasst universitäre Lehre, wissenschaftliche Fachvorträge sowie spezialisierte akademische und professionelle Lehrformate an der Schnittstelle von Psychodynamischer Kriminologie, Forensischer Sexualwissenschaft und Investigative Psychology. Die Formate richten sich an Hochschulen, wissenschaftliche Einrichtungen sowie ausgewählte kriminalistische, justizielle und forensische Institutionen und werden national wie international in Präsenz und digital angeboten.



01. Universitätslehre

Vorlesungen, Seminare und spezialisierte Lehrveranstaltungen auf Bachelor-, Master- und postgradualem Niveau an Universitäten und Hochschulen.


02. Wissenschaftliche Gastvorträge

Eingeladene Fach- und Gastvorträge an Universitäten, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Fachgesellschaften sowie im Rahmen akademischer Konferenzen und Kolloquien.


03. Professionelle Fort- und Weiterbildung

Spezialisierte Fort- und Weiterbildungsformate für Strafverfolgungsbehörden, Justiz, forensische Einrichtungen sowie weitere professionelle Akteure in kriminalistischen und ermittlungsbezogenen Tätigkeitsfeldern.


04. Institutional Training

Institutionsspezifisch konzipierte Lehr- und Trainingsformate für nationale und internationale Behörden, kriminalistische und forensische Facheinheiten sowie interdisziplinäre Ermittlungs- und Analyseteams.

IV. Current Teaching

Die nachfolgenden Lehrveranstaltungen und wissenschaftlichen Lehrformate werden derzeit im Rahmen universitärer und institutioneller Kooperationen durchgeführt.


01.

Psychodynamic Perspectives On Sexual Offending


Focus

Psychoanalytie theory, paraphilie structures, fantasy dynamics and offender mentalisation in sexual crime.


Format

Seminar / Advanced Seminar


Study Programme

M.A. Sexology


Institution

University Level / International Collaboration

02.

Investigative Interviewing: Psychodynamic Approaches


Focus

Transference and countertransference processes, communication dynamics and the psychoanalytic understanding of investigative interviews.


Format

Seminar / Skills-Based Training


Study Programme

M.Sc. Investigative Psychology,
Crime Analysis & Criminology


Institution

University Level / International Collaboration

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