Atelier für Sexualität


Forschung


Forschung bedeutet, das scheinbar Vertraute erneut zu befragen – und sichtbar zu machen, was bislang dem Verstehen entzogen blieb.

I. Research Identity


Die Forschung ist auf die Entwicklung eines integrativen epistemologischen Bezugsrahmens zur wissenschaftlichen Rekonstruktion komplexer Sexualdelinquenz ausgerichtet. Im Zentrum steht die Theoriebildung an der Schnittstelle von Psychoanalyse, Forensischer Sexualwissenschaft, Behavioural Analysis of Sexual Offending und Investigative Psychology. Das Erkenntnisinteresse gilt der Rekonstruktion der psychischen Architektur schwerer Sexualdelinquenz. Untersucht werden jene unbewussten Organisationsformen, innerhalb derer Objektbeziehungen, Fantasieorganisationen, Konflikt- und Abwehrstrukturen, paraphile Präferenzorganisation sowie beobachtbares Deliktverhalten eine funktional kohärente Deliktorganisation konstituieren.

II. Research Interests


Psychodynamic Perspectives On Crime & Investigation


Psychodynamische Kriminologie


Psychodynamische Ermittlungspsychologie


Psychodynamisches Offender Profiling


Psychodynamische und verhaltensanalytische Rekonstruktion von Modus Operandi und Signaturverhalten


Psychodynamische Rekonstruktion tatortbezogener Verhaltens- und Bedeutungsstrukturen


Psychodynamische Rekonstruktion der Täter-Opfer-Dynamik


Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse in kriminalistischer Ermittlungsarbeit


Psychodynamische Verarbeitung der Ermittlungsarbeit bei schwerer Sexualdelinquenz




Psychodynamic Perspectives On Serious Sexual Offending


Psychodynamik postmortaler Tatdynamik


Psychodynamik nekrophilen Tat- und Fantasiestrukturen


Psychodynamik paraphilen Präferenz- und Fantasiestrukturen schwerer Sexualdeliquenz


Psychodynamik letaler Tatverläufe und sexualisierter Tötungsdynamik


Psychodynamik hochgradig eskalierter interpersoneller Gewaltdynamik


Psychodynamik symbolisch strukturierter und ritualisierter Organisation des Tatgeschehens


Psychodynamik serieller Deliktdynamik und tatübergreifenden Verhaltensmustern


Psychodynamik weiblicher Sexualdelinquenz und geschlechtsspezifischer Tatorganisation

III. Current Research

Die Forschung konzentriert sich derzeit auf die Entwicklung theoretischer Modelle und interdisziplinärer Rekonstruktionsansätze zur Analyse schwerer Sexualdelinquenz. Die nachfolgenden Projekte befinden sich in unterschiedlichen Stadien konzeptioneller, theoretischer oder empirischer Entwicklung.

Offending Instead of Remembering: Rethinking Plombing Theory as a Heuristic Framework for Psychoanalytic Offender Profiling

Working Paper


Beyond Rapport: The Investigative Interview as Scene in Sexual Offence Investigations– A Psychoanalytic Reconceptualisation of (Erotic) Transference and Countertransference

Working Paper


When Paraphilias Support Offender Profiling-and When They Distort Criminal Investigations: Between Explanatory Power and Investigative Bias

Working Paper


Mapping Perversion: A Psychoanalytic Reconceptualisation of Mental Maps in the Geographical Profiling of Sexual Offending

Working Paper


Dreaming the Interview: A Deep Hermeneutic Reconstruction of Professional Responses to Post-Interview Dream Experiences in Sexual Crime Investigative Interviewing

In Prepara­tion


The Animal as Other: A Deep Hermeneutic Reconstruction of Human- Animal Object Relations in Zoophilic Self-Narratives and Their Implications for Offender Profiling

Research Proposal


IV. Publications

Peer-Reviewed Journal Articles


23
Jul
2026

Beyond Rapport: The Investigative Interview as Scene in Sexual Offence Investigations – A Psychoanalytic Reconceptualisation of (Erotic) Transference and Counter­transference

Journal of Investigative Psychology and Offender Profiling

First Published: 23 July 2026 | Peer-reviewed


Astract

This paper reconceptualises the investigative interview as a scene of encounter in sexual offence investigations, emphasising the psychoanalytic dynamics of (erotic) transference and countertransference. Drawing on psychoanalytic theory and empirical insights, it explores how unconscious relational processes shape communication, information exchange, and meaning-making within investigative settings. The paper argues for a deep hermeneutic understanding of these dynamics and discusses implications for investigative practice, training, and the quality of evidentiary material.


DOI: 10.4324/jip.2026.00123

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V. Research Integrity


Wissenschaftliche Integrität wird als eine Praxis intellektueller Verantwortung verstanden: gegenüber der Wissenschaft und der Strenge ihrer methodischen Standards, gegenüber den Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis, gegenüber den Menschen und Gegenständen, denen sich Forschung zuwendet, und gegenüber dem Wissen, das sie hervorbringt. Die wissenschaftliche Arbeit folgt dabei einem rekonstruktiven Erkenntnisverständnis, das theoretische Plausibilität nicht mit empirischer Geltung verwechselt. Interpretationen bleiben an die Transparenz ihrer methodischen Herleitung und die Tragfähigkeit ihrer Evidenzbasis gebunden; konkurrierende Erklärungen sind systematisch der Prüfung auszusetzen, Ungewissheit ist als Grenze wissenschaftlicher Erkenntnis anzuerkennen und die Reichweite des begründet Erschließbaren mit derselben Sorgfalt zu bestimmen wie seine Grenzen.


Juliane Kröner

VI. Method­ological Framework

Die methodologische Signatur der Forschung steht in der Tradition psychoanalytisch-rekonstruktiven Denkens und der empirisch-strukturellen Forschungstradition der Investigative Psychology.


01. Conceptual & Theoretical Research


Theory Building


Conceptual Analysis


Model Development

02. Psychoanalytic Depth-Hermeneutic Research


Scenic Understanding


Associative Interpretation


Reconstruction of Latent Structures of Meaning

03. Facet-Theoretical & Multidimensional Research


Facet Theory


Multidimensional Scaling


Smallest Space Analysis

VII. Academic Engagement

Wissenschaftliche Arbeit vollzieht sich im Austausch von Disziplinen, Institutionen und intellektuellen Traditionen. Das akademische Engagement erstreckt sich auf internationale Fachgesellschaften, Forschungskooperationen, wissenschaftliche Gremien, Begutachtungsverfahren und den fachöffentlichen Diskurs.


01

Scholarly Affiliations

Einbindung in nationale und internationale Fachgesellschaften und wissenschaftliche Netzwerke der Kriminologie, Investigative Psychology, Psychoanalyse, Forensischen Sexualwissenschaft und des Offender Profiling.

Selected Affiliations


Die wissenschaftlichen Mitgliedschaften bilden die interdisziplinäre Ausrichtung der Forschung zwischen Kriminologie, Investigative Psychology, Forensischer Sexualwissenschaft und Psychoanalyse ab.

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02

Academic Service

Mitwirkung in wissenschaftlichen Beiräten, Boards und Leitungsgremien sowie an der strategischen, institutionellen und fachlichen Entwicklung wissenschaftlicher Gesellschaften und Organisationen.

Current Appointment


Wissenschaftlicher Fachbeirat

M.E.L.I.N.A. – Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung e. V.

2025 — present

03

Research Collaborations

Forschungskooperationen an den Schnittstellen von Psychoanalyse, Forensischer Sexualwissenschaft, Investigative Psychology und Offender Profiling – getragen vom interdisziplinären Austausch zwischen psychodynamischer Theorie, empirischer Forschung und kriminalistischer Analyse.

International Research Collaboration


The Animal as Other:

A Deep Hermeneutic Reconstruction of Human–Animal Object Relations in Zoophilic Self-Narratives and Their Implications for Offender Profiling


Prof. Dr. Richard Lemke

Hochschule Merseburg, Germany

Forensic Sexology

Juliane Kröner

Leitung des Forschungsprojekts
Gesamtverantwortung für Konzeption, Methodik und wissenschaftliche Integration

Dr. Noah Fritz

European Forensic Institute, Malta
Criminology

Offender Profiling


Project Scope

Das Projekt verbindet psychoanalytisch-tiefenhermeneutische Forschung mit sexualwissenschaftlichen und kriminalpsychologischen Perspektiven auf zoophile Selbstnarrative und untersucht deren Bedeutung für das Offender Profiling.

International · Interdisciplinary · Collaborative | 2026–Present

04

Editorial & Peer-Review Activities

Mitwirkung an wissenschaftlicher Qualitätssicherung durch Begutachtungs- und editoriale Tätigkeiten im internationalen Fachpublikationsprozess.

Current Involvement


Peer Reviewer


Journal of Investigative Psychology and Offender Profiling


International peer-reviewed journal


2026 — present

05

Conference & Academic Presentations

Präsentation eigener Forschung im nationalen und internationalen wissenschaftlichen Diskurs durch Konferenzbeiträge, Fachvorträge und Posterpräsentationen.

Selected Conference Contributions


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VII. Conferences & Invited Talks

Der wissenschaftliche Austausch ist integraler Bestandteil des Forschungsprogramms. Forschungsergebnisse werden im Rahmen wissenschaftlicher Konferenzen, eingeladener Vorträge und interdisziplinärer Fachdialoge vorgestellt und diskutiert.

01. Konferenzbeiträge

Präsentationen wissenschaftlicher Forschungsarbeiten im Rahmen nationaler und internationaler Fachkonferenzen.


Eins


Zwei


Drei

02. Eingeladene Vorträge

Eingeladene Vorträge an Universitäten, wissenschaftlichen Fachgesellschaften und fachlichen Institutionen.


Eins


Zwei


Drei

03. Workshops & Fachseminare

Konzeption und Durchführung wissenschaftlicher Workshops sowie spezialisierter Fachseminare.


Eins


Zwei


Drei

04. Keynote Lectures

Eingeladene Hauptvorträge im Rahmen wissenschaftlicher Kongresse und Fachveranstaltungen.


Eins


Zwei


Drei

05. Konferenzorganisation

Organisation wissenschaftlicher Panels, Symposien und Fachveranstaltungen.


Eins


Zwei


Drei

VIII. Research Vision

Die langfristige Forschungsagenda gilt der Konstitution des Psychodynamic Offender Profiling als eigenständiger Schule wissenschaftlicher Täterprofilanalyse bei schwerer Sexualdelinquenz – von der Konstruktion ihres theoretischen Bezugsrahmens und ihrer Methodologie über die empirische Operationalisierung und Prüfung ihrer Modelle bis zu deren Translation in die operative kriminalistische Praxis.

Sie nimmt ihren Ausgang von einer Offender-Profiling-Tradition, deren gegenwärtige Erklärungsarchitektur wesentlich durch empirisch-verhaltenswissenschaftliche, differentielle, sozial- und umweltpsychologische sowie entscheidungstheoretische Perspektiven geprägt ist. Eine systematische Theorie des Verhältnisses zwischen unbewusster psychischer Organisation und manifestem Deliktverhalten ist darin bislang nicht in vergleichbarer Weise ausgebildet.

Das Psychodynamic Offender Profiling erschließt diese theoretisch unterbestimmte Dimension aus psychoanalytischer Perspektive. Schwere Sexualdelinquenz wird dabei als psychodynamisch organisierte Deliktkonstellation konzeptualisiert, innerhalb derer psychische Struktur, Objektbeziehungs- und Fantasieorganisation, Konflikt- und Abwehrdynamiken, paraphile Präferenzorganisation und manifestes Tatverhalten nicht als isolierte Phänomene, sondern in ihrem relationalen und funktionalen Zusammenhang rekonstruiert werden.

Ziel ist die Entwicklung eines theoretisch kohärenten, empirisch prüfbaren und methodisch operationalisierbaren Bezugsrahmens, der die psychodynamische Dimension schweren Sexualdelikthandelns als eigenständige Ebene wissenschaftlicher Täterprofilanalyse erschließt und ihre systematische Überführung in Forschung und kriminalistische Praxis ermöglicht.